Das
Wochenende begann relativ früh – direkt nach dem Freitagsmeeting im
Labor bin ich nach Hause gedüst und habe noch ein paar Umzugskartons
rumgestapelt. Immerhin sollte es ja nicht total chaotisch aussehen. Mein
Bruder und seine Freundin kamen gegen 16:00 Uhr an, 3 Koffer im Gepäck
und der Größte war für mich :-) Für die nächsten Monate bin ich
ausgestattet mit den Dingen, die man hier nicht bekommt oder ein
Vermögen kosten. Batterien (in Finnland unbezahlbar), Kaffeepads, Kaba
Vanille,... Nach dem großen auspacken und einer kleinen
Wohnungsbesichtigung ging es erst einmal kurz ins Stadtzentrum. Ich
brauchte Werkzeug und die Beiden wollten natürlich auch mal einen ersten
Überblick über die Wohnungslage bekommen, so in echt und ohne Google
Streetview. Auf der Suche nach dem Haushaltswarengeschäft bzw. Baumarkt
haben wir diese Robbe entdeckt. Sie stehen wirklich überall ;)
Ich
glaube, das ist eine der am aufwändigsten bemalten Robben. Leider weiß
ich nicht, aus welchem Film die Frösche stammen. Falls ihr es wisst,
könnt ihr es mir gern verraten :)
Nach
der kurzen Einkaufstour ging es dann zum Abendessen zu Linnea und
Mikael, zwei Freunden von mir, die mir bei der Wohnungssuche und all dem
Bürokratie-Kram viel geholfen haben. Linnea hatte für uns gekocht :)
Nicht typisch finnisch - denn das gibt es laut ihrer Aussage nicht -
aber mit finnischen Zutaten. Für die Leute, die es interessiert: als
Vorspeise gab es Tomaten mit Mozzarella, die Hauptspeise war Huhn mit
Leber-Rosinen-Füllung + Kartoffeln und Bohnen aus dem Garten ihrer
Eltern. Zum Nachtisch gab es Apfelkuchen mit Vanilleeis. Nach dem
wirklich leckeren Essen sind wir noch auf ein bis zwei Bier bzw. Cidre
ins "Koulu" gegangen. Das ist eine alte Schule, die zum Restaurant mit
eigener kleiner Brauerei umgebaut wurde. In den Räumen hängen noch alte
Landkarten u.ä. an den Wänden und draußen gibt es einen schönen
Biergarten. Dort haben wir den Abend schön ausklingen lassen und sind
dann müde ins Bett gefallen.
Der
Samstag war mit Ikea Shopping und Aufbau gut verplant. Nun habe ich in
allen Räumen schöne, brauchbare Lampen hängen, abdunkelnde Rollos an den
Fenstern, eine Kommode im Schlafzimmer, eine kleine Arbeitsecke im
Wohnzimmer und die Schrankwand steht auch endlich wieder. Ein paar
Wandregale müssen noch angebracht werden, aber die Bohrmaschine hatte
dann gestreikt. Gegen 21:00 Uhr haben wir den Arbeitstag für beendet
erklärt und uns auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant gemacht.
Nein, das ist kein Möbeltroll aus dem Ikea ;-) Das ist Linnea beim Schrankaufbau.
Da
Christian und Romana ja nicht als Umzugssklaven hierhergekommen sind,
sondern mich besuchen wollten um zu sehen wie und wo ich so lebe, haben
wir den Sonntag damit verbracht uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
von Turku anzuschauen. Zunächst ging es mit dem Auto Richtung Burg. Auf
dem Weg dorthin haben wir das Forum Marinum entdeckt und etwas genauer
angeschaut.
Auch hier waren die Robben schon... gleich zwei auf einem Platz.
ein Mini U-Boot
Amphibienfahrzeug für finnische Bedingungen: Land - Wasser - Eis
Suomen Joutsen - altes Handelsschiff
Das finnische Riesegänseblümchen - Bellis gigantis suomi ;)
Nach
einem Spaziergang entlang des Flusses, an dem die ganzen Schiffe
angelegt hatten, ging es weiter zum eigentlichen Ziel - Turun Linna, die
Burg zu Turku. Auch dort findet sich, wie war es anders zu erwarten,
eine Robbe.
So richtig will sie ihren Fisch nicht mit Christian teilen, die olle Burgrobbe.
Der Innenhof der Burg.
Nach
dem Besuch der Burg haben wir Linnea getroffen und sind mit ihr
zusammen auf die Insel Ruissalo gefahren. Ruissalo ist eine der vielen
vor Turku liegenden Inseln im Turkuer Schärenmeer (Archipel im
Schärenmeer). Die Insel ist über eine kleine Brücke mit dem Festland
verbunden und jedes Jahr findet dort das größte finnische Rockfestival
statt, Riusrock. Auf der Insel haben wir in einem kleinen Café zu Mittag
gegessen, uns die Ostsee angesehen und sind dann ein Stück durch den
Wald spazieren gegangen. Immerhin war super sonniges Wetter, da wollte
ausgenutzt werden.
Meeeeeeeeeeeeeeeeeeeer
:) Na gut... Ostsee - die große Badewanne mal von der anderen Seite.
Überall sind andere Inseln des Archipels zu sehen.
Nein, das ist nicht der Dom von Turku (Turun tuomiokirkko). Es ist nur eine kleine Waldkapelle.
Welcome to Finland - We have trees and rocks and water.
Da
sich auch auf Ruissalo keine Elche finden ließen und wir noch nicht
genug von der Umgebung von Turku gesehen haben, haben wir nach dem
Besuch der Insel Linnea nach Hause gefahren und haben dann die Stadt
nochmal verlassen. Diesmal auf dem Festland und es ging ein ganzes Stück
durch den Wald. Elche gab es auch hier leider keine. Von denen auf den
Warnschildern mal abgesehen.
Der
eigentliche Plan war, unterwegs eine nette Landgaststätte fürs
Abendbrot zu finden. Das ging leider nicht ganz auf. Denn alles, was
erfolgsversprechend aussah, war geschlossen. Ansonsten führte uns das
Navigationsgerät nur zu Krankenhauskantinen, Tankstellen-Cafés und zur
Gaststätte eines Golfclubs. Deshalb haben wir uns am Ende in einer
Pizzeria in Turku gestärkt. Das folgende Straßenschild, was wir auf
unserem "Road Trip" gesehen haben, möchte ich euch dennoch nicht
vorenthalten. Scheinbar ist es in finnischen Wäldern wichtig, seine
Schnecke nie unangeleint rumkriechen zu lassen ;-).
Eindeutig
eine Schnecke an der Leine. Oder ist es doch eine Schildkröte?? Wie
auch immer, seltsame Schilder haben die Finnen so...

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