Sonntag, 11. September 2011

Mein erster Besuch in der neuen Heimat ...

... ist heute Morgen wieder gefahren. Immerhin wollen sie was vom Land sehen und ich muss sowieso arbeiten. Dazu bin ich ja schließlich hierher gezogen.

Das Wochenende begann relativ früh – direkt nach dem Freitagsmeeting im Labor bin ich nach Hause gedüst und habe noch ein paar Umzugskartons rumgestapelt. Immerhin sollte es ja nicht total chaotisch aussehen. Mein Bruder und seine Freundin kamen gegen 16:00 Uhr an, 3 Koffer im Gepäck und der Größte war für mich :-) Für die nächsten Monate bin ich ausgestattet mit den Dingen, die man hier nicht bekommt oder ein Vermögen kosten. Batterien (in Finnland unbezahlbar), Kaffeepads, Kaba Vanille,... Nach dem großen auspacken und einer kleinen Wohnungsbesichtigung ging es erst einmal kurz ins Stadtzentrum. Ich brauchte Werkzeug und die Beiden wollten natürlich auch mal einen ersten Überblick über die Wohnungslage bekommen, so in echt und ohne Google Streetview. Auf der Suche nach dem Haushaltswarengeschäft bzw. Baumarkt haben wir diese Robbe entdeckt. Sie stehen wirklich überall ;)

Ich glaube, das ist eine der am aufwändigsten bemalten Robben. Leider weiß ich nicht, aus welchem Film die Frösche stammen. Falls ihr es wisst, könnt ihr es mir gern verraten :)

Nach der kurzen Einkaufstour ging es dann zum Abendessen zu Linnea und Mikael, zwei Freunden von mir, die mir bei der Wohnungssuche und all dem Bürokratie-Kram viel geholfen haben. Linnea hatte für uns gekocht :) Nicht typisch finnisch - denn das gibt es laut ihrer Aussage nicht - aber mit finnischen Zutaten. Für die Leute, die es interessiert: als Vorspeise gab es Tomaten mit Mozzarella, die Hauptspeise war Huhn mit Leber-Rosinen-Füllung + Kartoffeln und Bohnen aus dem Garten ihrer Eltern. Zum Nachtisch gab es Apfelkuchen mit Vanilleeis. Nach dem wirklich leckeren Essen sind wir noch auf ein bis zwei Bier bzw. Cidre ins "Koulu" gegangen. Das ist eine alte Schule, die zum Restaurant mit eigener kleiner Brauerei umgebaut wurde. In den Räumen hängen noch alte Landkarten u.ä. an den Wänden und draußen gibt es einen schönen Biergarten. Dort haben wir den Abend schön ausklingen lassen und sind dann müde ins Bett gefallen.
Der Samstag war mit Ikea Shopping und Aufbau gut verplant. Nun habe ich in allen Räumen schöne, brauchbare Lampen hängen, abdunkelnde Rollos an den Fenstern, eine Kommode im Schlafzimmer, eine kleine Arbeitsecke im Wohnzimmer und die Schrankwand steht auch endlich wieder. Ein paar Wandregale müssen noch angebracht werden, aber die Bohrmaschine hatte dann gestreikt. Gegen 21:00 Uhr haben wir den Arbeitstag für beendet erklärt und uns auf die Suche nach einem geeigneten Restaurant gemacht.

Nein, das ist kein Möbeltroll aus dem Ikea ;-) Das ist Linnea beim Schrankaufbau.

Da Christian und Romana ja nicht als Umzugssklaven hierhergekommen sind, sondern mich besuchen wollten um zu sehen wie und wo ich so lebe, haben wir den Sonntag damit verbracht uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Turku anzuschauen. Zunächst ging es mit dem Auto Richtung Burg. Auf dem Weg dorthin haben wir das Forum Marinum entdeckt und etwas genauer angeschaut. 

 Auch hier waren die Robben schon... gleich zwei auf einem Platz.

ein Mini U-Boot
Amphibienfahrzeug für finnische Bedingungen: Land - Wasser - Eis

 Suomen Joutsen - altes Handelsschiff

Das finnische Riesegänseblümchen - Bellis gigantis suomi ;)

Nach einem Spaziergang entlang des Flusses, an dem die ganzen Schiffe angelegt hatten, ging es weiter zum eigentlichen Ziel - Turun Linna, die Burg zu Turku. Auch dort findet sich, wie war es anders zu erwarten, eine Robbe.

So richtig will sie ihren Fisch nicht mit Christian teilen, die olle Burgrobbe.

 Der Innenhof der Burg.

Nach dem Besuch der Burg haben wir Linnea getroffen und sind mit ihr zusammen auf die Insel Ruissalo gefahren. Ruissalo ist eine der vielen vor Turku liegenden Inseln im Turkuer Schärenmeer (Archipel im Schärenmeer). Die Insel ist über eine kleine Brücke mit dem Festland verbunden und jedes Jahr findet dort das größte finnische Rockfestival statt, Riusrock. Auf der Insel haben wir in einem kleinen Café zu Mittag gegessen, uns die Ostsee angesehen und sind dann ein Stück durch den Wald spazieren gegangen. Immerhin war super sonniges Wetter, da wollte ausgenutzt werden. 

Meeeeeeeeeeeeeeeeeeeer :) Na gut... Ostsee - die große Badewanne mal von der anderen Seite. Überall sind andere Inseln des Archipels zu sehen.

 Nein, das ist nicht der Dom von Turku (Turun tuomiokirkko). Es ist nur eine kleine Waldkapelle.

Welcome to Finland - We have trees and rocks and water.

Da sich auch auf Ruissalo keine Elche finden ließen und wir noch nicht genug von der Umgebung von Turku gesehen haben, haben wir nach dem Besuch der Insel Linnea nach Hause gefahren und haben dann die Stadt nochmal verlassen. Diesmal auf dem Festland und es ging ein ganzes Stück durch den Wald. Elche gab es auch hier leider keine. Von denen auf den Warnschildern mal abgesehen. 
Der eigentliche Plan war, unterwegs eine nette Landgaststätte fürs Abendbrot zu finden. Das ging leider nicht ganz auf. Denn alles, was erfolgsversprechend aussah, war geschlossen. Ansonsten führte uns das Navigationsgerät nur zu Krankenhauskantinen, Tankstellen-Cafés und zur Gaststätte eines Golfclubs. Deshalb haben wir uns am Ende in einer Pizzeria in Turku gestärkt. Das folgende Straßenschild, was wir auf unserem "Road Trip" gesehen haben, möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten. Scheinbar ist es in finnischen Wäldern wichtig, seine Schnecke nie unangeleint rumkriechen zu lassen ;-).

Eindeutig eine Schnecke an der Leine. Oder ist es doch eine Schildkröte?? Wie auch immer, seltsame Schilder haben die Finnen so...