Freitag, 13. April 2012

Am dritten Tag in Tallinn...

...
... ging es für uns am Abend wieder zurück nach Finnland - schließlich waren die Osterfeiertage dann auch schon wieder vorbei. Aber da unsere Fähre erst um 18 Uhr ablegte, konnten wir noch einen ganzen Tag in der Stadt verbringen. Nach dem Auschecken aus unserem Hostel und einem kurzen Frühstück am Markt haben wir unser Gepäck zum Hafen gebracht. Von da liefen wir entlang der Ostseeküste zu einem alten Gefängnis, das heute als Museum dient. Auf dem Weg dahin kamen wir an einem riesigen Bauwerk vorbei, das mir ein paar Rätsel aufgegeben hat:

 Die erste Ebene nach dem ersten Treppenaufgang, allein dieses Plateau war gigantisch groß.

Der Blick von der zweiten, obersten Ebene in Richtung Meer. In der Mitte zwischen den zwei Stegen befindet sich ein Hubschrauber-Landeplatz.

Wie gesagt, mir erschloss sich vor Ort nicht, wozu dieses Gebäude mal gedient haben könnte. Für einen Militär-Hafen wäre es mit den vielen Treppen wohl eher unpraktisch gewesen. Aber für Tourismus-Zwecke würde man doch nicht wirklich einen Hubschrauber-Landeplatz benötigen. Glücklicher Weise findet man heutzutage im Internet ja auf jede Frage eine Antwort... Es handelt sich um die  Linnahall, die Stadthalle Tallinns, welche 1980 zum Anlass der olympischen Spiele in Moskau errichtet wurde - die Segel-Wettbewerbe fanden damals vor Tallinn statt. Die Stadthalle beherbergt wohl eine Eissporthalle, einen Konzertsaal und ein 6000 m² großes Foyer.

Nach dem Abstecher zu diesem riesigen Bauwerk haben wir unseren Weg zum Gefängnis fortgesetzt und mussten dort feststellen, dass wir lieber die Öffnungszeiten zu Ostern vorab erfragt hätten. Das Gefängnis-Museum war geschlossen. Also haben wir den restlichen Tag erneut in der Altstadt verbracht. Auf einem kleinen mittelalterlichen Markt gab es die Möglichkeit, eine "Glücksmünze" selbst zu prägen. Dazu legt der nette Händler einen Münz-Rohling in einen Metall-Zylinder, der am Boden mit einem der beiden Prägemotive ausgestattet ist. Anschließend verschließt er den Metall-Zylinder mit einem Metall-Stab, an dessen Unterseite das zweite Motiv befestigt ist. Man selbst darf dann mit dem Hammer drei Mal kräftig draufhauen. Der "Legende" nach geht innerhalb eines Jahres ein Wunsch in Erfüllung, an den man während des Prägens denkt... Mir ging es beim Prägen mehr um die Münze als Andenken, als um den Wunsch, aber vielleicht erfüllt er sich ja dennoch - schaden kann es ja nicht, sich dabei etwas zu wünschen :). Natürlich hab ich auch ein Bild von meinem Ergebnis:

Meine Tallinn-Münze, mit der Siluette der Stadt auf der einen Seite und dem Domberg auf der Anderen.

Nachdem wir uns anschließend mit einem Eierkuchen gestärkt haben, wollten wir den kulturellen Teil der Reise mit dem Folter-Museum abschließen. In dem Museum war ich etwas erstaunt, wie viele Folterwerkzeuge in Deutschland erfunden wurden oder zumindest hauptsächlich dort verbreitet waren! Eigentlich fiel es auch nicht mir auf, sondern meinen Kollegen, die den restlichen Tag merkwürdig zuvorkommend und freundlich waren ;). 
In den letzten eineinhalb Stunden in Tallinn haben wir dann noch einmal ausgenutzt, dass die Geschäfte auch an Ostern geöffnet waren, und sind Einkaufen gegangen. Das war allerdings nicht meine Idee, denn ich wusste schon, wie das endet. Die Leute, die unbedingt shoppen gehen wollten, haben am Ende des Tages nichts zum Kaufen gefunden. Und ich, wo ich doch eigentlich kein Interesse hatte, durfte den restlichen Tag meinen Einkauf durch die Gegend tragen: eine neue Kaffee-Maschine. Meine aus Deutschland mitgebrachte Kaffeepad-Maschine hat nun endgültig den Geist aufgegeben, nachdem sie mir die letzten Wochen schon sehr wässrigen, lauwarmen Kaffee serviert hatte. Allerdings konnte ich mich in den Kaufhäusern in Turku bisher nicht entscheiden, welches Kaffee-System nun bei mir Einzug halten sollte. Das Finnland-eigene System scheidete allein schon deshalb aus, weil mir die am weitesten verbreitete Kaffeemarke nicht schmeckt. Eine normale Kaffee-Maschine ist für wenige Tassen eher ungeeignet und übrig blieb das "Dolche Gusto" Kaffee-Kapsel-System, das mit seinen riesigen Kapseln nicht nur viel Plastikmüll produziert, sondern auch noch erstaunlich wenig Geschmackrichtungen im Angebot hat. In einem Elektro-Markt in Tallinn fiel mir dann eine Senseo Kaffeepad-Maschine ins Auge. So kann ich nun auch meinen Vorrat an Kaffeepads weiter aufbrauchen und bekomme gewohnt leckeren Kaffee am Morgen.
Mit der neu erworbenen Kaffeemaschine im Gepäck haben wir dann unsere Taschen am Hafen aus dem Schließfach geholt, uns auf die Fähre begeben und erst einmal die Rückkehr von Helsinki nach Turku geplant. Da wir ungern zwei Stunden auf den nächsten Zug warten wollten, haben wir am Hafen das erstbeste, freie Taxi genommen und hatten scheinbar viel Glück, einen belgischen Taxi-Fahrer zu erwischen. Der war nicht nur froh, mal wieder alle möglichen Sprachkenntnisse aufzufrischen (Französisch, Deutsch, Niederländisch) sondern hat auch noch sein Bestes gegeben, um uns möglichst schnell zum Bahnhof zu bringen. Dank ihm haben wir tatsächlich noch den frühen Zug erwischt und es vor Mitternacht ins Bett geschafft. Die erste Nacht zurück im eigenen Bett war wundervoll, nur leider viel zu kurz, denn am Dienstag morgen ging es ja wieder direkt zurück ins Labor.

Donnerstag, 12. April 2012

Tag zwei in Tallinn...

... hatte am Morgen eine positive Überraschung für uns parat: Sonnenschein! Nach dem vielen Schnee am Vortag und dem Schneeregen in Helsinki hatten wir uns eigentlich in Gedanken schon damit abgefunden, dass uns das schlechte Wetter die gesamte Reise über begleitet. Beim Frühstück haben wir uns dann entschieden, das Freiluftmuseum "Rocca al Mare" zu besichtigen, um das schöne Wetter auch ordentlich zu nutzen. Und die meisten anderen Museen waren am Ostersonntag sowieso geschlossen. Den Namen verdankt das Museum seiner Lage direkt an der Ostsee, an einem Küstenabschnitt, an dem von der letzten Eiszeit viele Findlinge zurück gelassen wurden. Das Freilichtmuseum stellt insgesamt 80 alte Gebäude aus Estland aus: Wohnhäuser, eine alte Schule, eine Holzkirche, verschiedenste Werkstätten und Farmen, Mühlen und ein Restaurant. Leider sind viele Häuser in der Wintersaison nicht zugänglich, aber ein paar Innenräume haben wir trotz der falschen Jahreszeit zu Gesicht bekommen:

 Die Findlinge im Meer ...


 ... und am Meer.

 Am Eingang des Museums konnte man üben, sich bei den niedrigen Türen nicht zu stoßen.

Die kleinste Holzhütte, die ich je gesehen habe...

 ... aber zum Glück gab es in Tallinn auch größere Gebäude. Wie dieses Restaurant mit einladendem Biergarten ;). 


 Eine alte Windmühle am Meer.

 Das gelbe Haus durfte man sich auch mal von innen betrachten...


 ... um sich ein Bild zu machen von der antiken Wohnzimmereinrichtung...

 ... und dem noch funktionstüchtigen, alten Ofen in der Küche.

Und dieses rote Holzhaus diente einst als Dorfschule.

Nach dem Besuch des Freilicht-Museums fuhren wir zurück in die Innenstadt, um auch die mittelalterliche Innenstadt bei dem schönen Wetter zu genießen. Die Straßenbahn-Haltestelle liegt an dem großen Marktplatz der modernen Innenstadt, direkt am Rande der Altstadt-Mauern nahe der orthodoxen Kathedrale.

 Der neue Marktplatz mit dem Denkmal zum estnischen Freiheitskrieg auf der einen Seite...


 ... und dieser Kirche auf der anderen Seite.


 Nahe des Kriegsdenkmals hinter den Stadtmauern der Altstadt findet sich die orthodoxe Kathedrale.


An der Stadtmauer war auch ein Bogenschieß-Stand aufgebaut. 

Die Gelegenheit, nach einer kurzen Erklärung selbst einmal auszuprobieren, wie man mit Pfeil und Bogen schießt, konnte ich einfach nicht verstreichen lassen. Es hat Spaß gemacht und meine Schuss-Bilanz war gar nicht mal so schlecht. Auch wenn ich die goldene Mitte nicht getroffen habe, alle 5 Pfeile saßen in den drei Ringen um die Mitte herum.
Nach dem Bogenschießen ging es weiter durch die Altstadt von Tallinn, vorbei an Gilde-Häusern aus der Hansezeit, alten Kirchen und vielen Toren und Türmen der Stadtmauer. Bei schönem Wetter ist der mittelalterliche Stadtkern Tallinns wunderschön. Auch beim Spaziergang durch die nächtliche Altstadt nach dem Abendessen zeigte sich die Stadt von seiner schönsten Seite :).

 Das Parlament.

 Blick über einen Teil der Altstadt in Richtung Meer.

 Eines der vielen Tore von Tallinns Stadtmauer. 


 Der Marktplatz bei Nacht...
...mit dem alten Rathaus.

Mittwoch, 11. April 2012

Unser erster Tag in Tallinn...

...begann recht früh am Samstag morgen auf der Fähre. Um 6:45 Uhr musste die Kabine frei sein (die Reinigungskolonne hat meinen vollen Respekt und all mein Mitleid) und um halb 8 konnten wir dann das Schiff verlassen und die Stadt unsicher machen. Allerdings war die Motivation der Gruppe dank des Alkohols am Vorabend und dem Schneegestöber am Samstag ziemlich gering... Da wir erst nach 14:00 Uhr in unserem Hostel einchecken konnten, haben wir das schwere Gepäck in einem Schließfach deponiert, sind in die Altstadt gelaufen und haben uns ein Café für's Frühstück und zur Tagesplanung gesucht. Da zu Ostern viele Museen nur am Samstag geöffnet hatten und das Wetter sowieso dazu einlud, sich drinnen aufzuhalten, wollten wir uns Schloss Katharinental und den Vorort "Kadriorg" ansehen. Bei der Suche nach der richtigen Buslinie stießen wir auf einen Stadtrundfahrt-Bus, der unser Ziel mit auf dem Programm hatte. Also ging es rein in den Bus, Kopfhörer aufgesetzt und 2 von 4 Augenpaaren fielen automatisch zu - die Nachwirkungen des Alkohols :-/. Die Informationen, die während der Busfahrt erzählt wurden, waren recht spannend, leider fehlte aber die wichtigste Information. Wo man aussteigen soll, um sich das Schloss genauer anzusehen, haben sie leider nicht verraten, so dass wir die komplette Rundfahrt im Bus mitgemacht haben.

Nachdem die Sommerschuhe, die wir alle optimistischer Weise angezogen hatten, auch nach einer Stunde im Sightseeing-Bus noch nicht wieder getrocknet waren, haben wir uns auf die Suche nach einem Schuhgeschäft gemacht und mit wintertauglichen Schuhen eingedeckt. Eine kluge Entscheidung, schließlich sollte blieb der Schnee das gesamte Wochenende über in Tallinn liegen. Mit trockenen, warmen Füßen ging es dann in der Straßenbahn zum Vorort Kadriorg und vorbei an einigen alten Villen und Holzhäusern zum Schloss Katharinental:

 In der Nähe des Schlosses... 

 ... finden sich einige alte Villen aus Holz...

... und auch aus Steinen.

 Das Schloss Katharinental von außen mit Schnee im Garten...

 ... und von Innen, mit schönen großen Sälen...

... und hölzernen Wandverzierungen mit Bildern von Tallinns Altstadt.

Nach der Schlossbesichtigung haben wir unser Gepäck am Hafen eingesammelt und im Hostel eingecheckt. Da die Nacht auf der Fähre kurz und der Alkohol eindeutig zu viel war, habe ich meine drei Mitstreiter im Hostel an den Sandmann verloren, und den Nachmittag allein in der Stadt verbracht - auch wenn das Wetter nicht besonders schön war, zum verschlafen war mir unsere kurze Zeit in der Stadt dann doch zu schade :). Zum Abendessen waren dann zumindest zwei meiner drei Kollegen wieder fit. Unsere Wahl fiel auf ein mittelalterliches Restaurant mit landestypischen Speisen. Wir haben mit viel Glück den letzten freien Tisch bekommen und in weiser Voraussicht für den nächsten Abend, am Ostersonntag, in einem zweiten Mittelalter-Restaurant reserviert. Anschließend ging es zurück ins Hostel, wo ich todmüde ins Bett fiel...

Dienstag, 10. April 2012

Oster-Urlaub: Ich bin zurück aus Estland

... und sofort ging es wieder rein in den Arbeitsalltag. Aber um euch nicht mit all den Informationen eines 4-Tages-Ausflugs nach Helsinki und Tallinn an einem Tag zu überfluten, berichte ich euch die kommenden vier Tage jeweils von einem Urlaubstag. Heute erzähle ich euch also von letztem Freitag in Helsinki und der Überfahrt nach Estland. Und in den kommenden drei Tagen gibt es dann den Samstag, Sonntag und Montag als Tages-Bericht. 

Freitag morgen ging es also mit dem vollgepackten Rucksack zum Bahnhof und mit dem Zug weiter nach Helsinki. Dort haben wir (das sind Stefania aus Frankreich, Sathya und Ashutosh aus Indien und ich) unser Gepäck im Schließfach verstaut und die Stadt bei Schneeregen erst einmal zu Fuß erkundet. Unsere erste Station war die Felsenkirche etwas abseits vom Stadtzentrum:

 Der Bahnhof von Helsinki. Laut Reiseführer eine der Top10 Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Orgel und Deckenkonstruktion der Felsenkirche...

 ... sowie das Taufbecken der Kirche.

Wen man nicht so alles in Helsinki trifft. Renato mit einem Freund.

In der Felsenkirche haben wir dann Renato - den brasilianischen Couchsurfer, der in Turku arbeitet - getroffen, der zusammen mit einem Freund in Helsinki unterwegs war. Mit den Beiden im Schlepptau ging es dann weiter zur weißen Kathedrale im Zentrum Helsinkis und zur orthodoxen Kirche.

 Der weiße Dom im Zentrum Helsinkis...

... ist innen sehr schlicht gehalten - von dieser Orgel mal abgesehen.

 In der Nähe des Doms steht die orthodoxe Kirche.

Eine Elch-Statue.

Nach dem Besuch der drei bekanntesten Kirchen Helsinkis haben wir uns wieder von Renato und seinem Freund verabschiedet und uns erst einmal beim Mittagessen gestärkt. Auf dem Weg dahin kamen wir noch an dieser Elch-Statue vorbei, die ich vor allem meinem Bruder nicht vorenthalten will. Es gibt noch andere Elche als die auf den Straßenschildern ;-) Aber auch dieser lebt leider nicht... Nach dem Mittag haben wir dann den Rat der Stadtinformation befolgt und sind mit der Straßenbahn-Linie 3 eine Runde durch die Stadt gefahren. Die Linie passiert dabei viele Sehenswürdigkeiten der Stadt und kostet deutlich weniger, als der Sightseeing-Bus. Aber der eigentliche Grund war, dass wir vor dem immer schlimmer werdenden Schneeregen ins trockene flüchten wollten. Aus dem selben Grund haben wir nach der Straßenbahn-Tour noch eine Stunde in einem Café verbracht, bevor es dann endlich auf die Fähre ging, einmal über die Ostsee! Dort angekommen gab es einen typischen "Ferry Trip" - also eine typische Fähr-Reise - mit günstigem Alkohol und einer recht unruhigen Nacht für einige von uns... Wie sich der billige Alkohol auf den Samstag unserer Tour ausgewirkt hat, verrate ich euch dann morgen.

Samstag, 22. Oktober 2011

Die letzten zwei Tage war eine Entwicklungsbilogie-Konferenz

... im finnischen Outback. Das ganze findet jedes Jahr in Hyytiälä, der Waldforschungsstation der Universität von Helsinki, statt. Hyytiälä liegt 220 km nordöstlich von Turku an einem See im Wald. Hier mal zwei über das Anwesen von googlemaps (wenn man drauf klickt, kann man sie sich auch noch größer zeigen lassen):

 Die Lage - im Wand eben :)
Ein kleiner Übersichtsplan.

Los ging es am Freitag morgen um 8:00 Uhr an der Universität, ich habe noch schnell mein Poster vom Büro geholt und dann zusammen mit Ida, einer anderen Doktorandin, auf Matti, unseren Professor, gewartet. Gemeinsam haben wir dann noch Petra, die Dozentin, die Idas Doktorarbeit betreut zuhause abgeholt, da sie in einem Vorort wohnt der sowieso auf dem Weg lag. Dann ging es hauptsächlich über Landstraße nach Tampere und von dort weiter nach Hyytiälä. Unterwegs gab es eine Frühstückspause am Rasthof. Am Ziel angekommen, war außer uns noch niemand da. Tja, so ist das, wenn man viereinhalb Stunden Zeit für 220 km Fahrt einplant. Selbst mit der Pause und den Tempolimits auf finnischen Landstraßen und Autobahnen war klar, dass wir frühzeitig ankommen werden ;-). Also haben wir unsere Zimmer zunächst unter die Lupe genommen, Ida und ich haben uns einen Raum geteilt, Petra sollte ein paar Zimmer weiter mit jemandem aus Oulu untergebracht werden. Später stellte sich jedoch heraus, dass das Zimmer neben Ida und mir noch unbesetzt war und Petras "Mitbewohnerin" einen recht großen Hund dabei hatte. Somit zog sie dann in den Raum neben uns - alle Turkuer vereint in einem Wohnbereich. Matti als Professor war natürlich in einem etwas komfortableren Bereich untergebracht... Da wir selbst nach dem Beziehen und Besichtigen der Zimmer noch massig Zeit hatten, haben wir uns die Umgebung ein wenig genauer angesehen und zum Beispiel die Lage der Sauna-Häuser erkundet. Immerhin war es total sonniges Wetter und die Natur war wirklich schön. Als wir wieder zurück kamen von unserem Spaziergang, war der Bus aus Helsinki und Oulu bereits eingetroffen und das Mittagessen stand bereit. Anschließend ging es los mit den ersten Vorträgen. Danach hatten wir eineinhalb Stunden Pause zum Kaffee trinken, Fußball spielen, Wandern/Spazieren oder den netten Vertriebsleuten von Sigma, einem Hersteller von Laborchemikalien, ein wenig Info- und Werbematerial abzuschwatzen. Immerhin haben sie die Konferenz zum großen Teil gesponsort und wollen dafür natürlich auch etwas verkaufen ;-). Wir haben uns für Kaffee und nochmal durch die Wälder laufen entschieden.

 Das große Sauna-Haus am See...

 ... der seeeehr lang war ...

 ... und direkt am Waldrand lag.

Nach der langen Pause gab es weitere Vorträge und dann endlich meine Chance, mein Poster vorzustellen, eine Stunde Poster-Session. Geplant waren eigentlich eineinhalb Stunden, doch die Vorträge haben ein bisschen länger gedauert. Und Matti, der Moderator der zweiten Vortragsrunde war, hat die Diskussionen recht lange laufen lassen. Vermutlich, weil er selbst vor dem ersten Vortrag noch ein paar Sachen vorgestellt hatte und dann nicht anderen Leuten die Zeit klauen wollte. Als Matti sich mein Poster angesehen hat - er hatte es vorher nicht zu Gesicht bekommen - hat er zum ersten mal ein paar genauere Ideen angesprochen, was ich noch untersuchen sollte und wie die Arbeit so im groben verlaufen könnte. Auch wenn das vor allem viel neue Arbeit bedeutet, fand ich das Gespräch sehr gut. Denn bisher hatte ich das Gefühl, dass ihm die Versuche meiner Arbeitsgruppe relativ wenig interessierten. Andererseits ist er ständig unterwegs und koordiniert so viele Dinge, dass er für die einzelnen Projekte einfach nicht so viel Zeit aufbringen kann. Zur Erholung nach der Poster-Session ging es dann in die Sauna. Insgesamt gab es auf dem Gelände drei Saunen, eine im Hauptgebäude in der auch der Essensraum war und zwei getrennte Sauna-Häuser am See, die große und die kleine Sauna. Im großen Sauna-Haus, wo wir Frauen schwitzen durften, gab es einen Umkleide-Vorraum, in dem auch Bier und Cider bereit standen (allerdings keine alkoholfreien Getränke...), vier Duschen und die große Sauna. Das kleine Saunahaus (an diesem Abend die Männer-Sauna) verfügt angeblich nicht über Duschen. Wassereimer stehen aber dennoch bereit. Und man hat ja den See. Das mit dem See ist leider kein Scherz, mir wurde schon auf der Hinfahrt prophezeit, dass ich das unbedingt probieren solle. Raus aus der Sauna und rein ins Wasser. Das klingt sicherlich verlockend im Sommer - wenn das Wasser um die 20°C hat. Aber im Herbst?! Ich war ja immer noch skeptisch... Die Sauna hatte angenehm-feuchte 96 °C auf der obersten Sitzbank.
Generell gilt, je weiter oben man sitzt, desto wärmer ist der Spaß. Der Sauna-Ofen war wohl von einer etwas älteren Sorte, er war sehr groß und wird einmal tagsüber mit Feuer angeheizt und hält dann mehrere Stunden die Wärme. Die neueren Sauna-Öfen sind häufig elektrisch. Dabei werden dann Steine über eine Heizspirale aufgewärmt, das heizt natürlich schneller auf, hält die Wärme allerdings auch nicht so lange.
Da saß ich also mit Ida auf der obersten Bank, bei unglaublich warmen 96 °C und musste mir die Ratschläge anhören, wie man sich am besten überwindet, in den See zu springen. Als wir schon eine Weile dort saßen und bereits überlegten, wie lange wir es noch aushalten, bevor wir uns abkühlen wollten, kam auch Petra in die Sauna. Sie wollte wissen, ob ich mich trauen würde, in den See zu gehen. Denn wenn, dann müsste sie als Finnin ja mithalten. Das, ein gewisser Gruppenzwang und der Gedanke, dass ich so etwas wohl schon ausprobieren sollte, wenn ich hier für mehrere Jahre lebe, hat tatsächlich dazu geführt, dass ich nach der Saune mit Ida den Steg zum See runtergelaufen bin - dabei habe ich mir selbst immer wieder gesagt, dass die Finnen das schließlich alle machen und noch leben, so dass auch ich das überleben werde (hoffentlich...). Auf der ersten Stufe der Metall-Leiter habe ich mich nur noch gefragt, was ich hier eigentlich mache und wollte schon wieder hoch gehen. Immerhin war allein die Metallstufe schon sehr kalt, auch die Außentemperaturen bei Wolkenfreiem Himmel fühlten sich nicht gerade warm an. Dennoch hab ich die zweite Stufe genommen und mich dann ohne Nachzudenken von der Leiter weggedrückt. Ansonsten wäre ich wohl wieder hochgeklettert. So war ich bis zum Hals im Wasser und weit genug von der Leiter entfernt, dass ich ein paar Schwimmzüge machen musste. Die ersten drei Sekunden im Wasser war es einfach nur kalt. So kalt, dass es sich wie tausend kleine Nadelstiche auf der Haut angefühlt hat. die nächsten paar Sekunden bis zum Erreichen der Leiter fingen meine Finger und Zehen an, sich taub anzufühlen. Ich bin schnell wieder hochgeklettert, habe mich in mein Handtuch gewickelt und geflucht, wie kalt es ist während Ida ins Wasser gegangen ist. Das Schimpfen und Bibbern ging etwa 20 Sekunden, dann wurde mir auf einmal sehr warm. Wir standen immer noch draußen, feucht, nur im Badeanzug und dennoch war mir warm. Zurück im Sauna-Haus habe ich deshalb die Dusche vor der Sauna (die man immer nimmt, damit man 1. feucht ist, wenn man die Sauna betritt und 2. keinen alten Schweiß mit in die Sauna trägt der dann auf Dauer wohl den Geruch in der Sauna negativ beeinflussen würde) kalt eingestellt. Gut abgekühlt ging es dann erneut in den über 90 °C warmen Raum. Dort stellten sich dann langsam Glücksgefühle ein. Ich hatte überlebt, keine Finger oder Zehen waren blau angelaufen und ich hatte tatsächlich Lust, das ganze nochmal zu machen. Im Nachhinein betrachtet weiß ich nicht, wieso. Ich schieb es also auf den Endorphin-Ausschuss - böse Glückshormone... Insgesamt war ich somit drei Mal in der Sauna, zweimal im See und habe nach dem dritten mal richtig geduscht und mich fürs Abendessen fertig gemacht. Das Abendprogramm sah ein Essensbuffet und drei Gruppen-Spiele vor. Nach dem Pflicht-Teil gab es dann noch Getränke, Gespräche und die Möglichkeit zu tanzen. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich keinen großen Wert darauf lege, Kollegen von mir im angetrunkenen Zustand zu fragwürdiger Musik tanzen zu sehen ;-). Eventuell hätte ich mehr trinken sollen. Allerdings waren für den nächsten Tag ja noch einige Vorträge geplant, sich betrinken war also keine so gute Option. Gegen Mitternacht haben Ida und ich uns somit das Bett aufgesucht. Das Samstags-Programm ähnelte im Großen und Ganzen dem Nachmittags-Programm vom Vortag. Erst gab es Essen - in diesem Fall Frühstück. Anschließend mehrere Vorträge, eine Kaffee-Pause, noch mehr Vorträge - darunter auch Idas Präsentation - und abschließend noch ein gemeinsames Mittagessen. Da das Wetter heute vormittag mit Nieselregen und kalten Temperaturen sowieso nicht zu Spaziergängen eingeladen hatte, war das Fehlen einer längeren Pause auch verkraftbar. Außerdem konnten wir so schon gegen 1:00 Uhr die Heimfahrt antreten.

Fazit des Wochenendes: Dadurch, dass insgesamt nur etwa 40 Teilnehmer da waren, war das Treffen nicht ganz so anonym und dadurch selbst als Neuling doch sehr angenehm. Außerdem habe ich nun den Punkt "Von der Sauna in eiskaltes Wasser hüpfen" abgehakt und es überlebt. Was heißt, dass ich es nun auch überleben werde, falls ich irgendwann im Winter zu einem Sauna-Besuch mit Eisloch-Schwimmen eingeladen werden sollte. Wobei ich nun nicht aktiv nach einer solchen Gelegenheit suchen würde. Trotz massivem Ausstoß von Glückshormonen überwiegen im Moment dann doch mein gesunder Menschenverstand und mein Überlebenstrieb. Und beide sagen mir, es ist nicht normal, seinem Körper einen schnellen Umgebungstemperatur-Wechsel von fast 100 °C anzutun. Obwohl diese Waldforschungsstation wirklich in der Pampa liegt und es Herbst ist, haben wir keine Elche gesehen :-(.

Montag, 26. September 2011

Tallinn...

... ist echt schön. Die Stadt hat meiner Meinung nach den Titel "Europäische Kulturhauptstadt 2011" deutlich mehr verdient als Turku, mit der sie sich den Titel teilt. Das liegt einfach daran, dass Tallinn noch viele alte Gebäude hat, die zum Großteil wirklich schön erhalten oder restauriert worden sind. Die Altstadt hat einfach viel mehr Charme als diese 60er/70er-Jahre (neue) Innenstadt von Turku. 
Aber von Anfang an: Samstag Vormittag ging es mit dem Zug nach Helsinki, die Innenstadt ein wenig erkunden.

 Zunächst zur Felsenkirche (Temppeliaukiokirche)...
 die in den Felsen reingesprengt und dann zum Teil gemauert wurde. 


 Nur die rosa Polster-Bezüge passen meiner Meinung nach nicht rein.
 Dann vorbei an der orthodoxen Kirche...
 ... sowie dem protestantischen Dom. 

  Am späten Nachmittag ging es dann zum Fährhafen um mit der Fähre nach Tallinn überzusetzen. Am Fährterminal war erst einmal anstehen angesagt um die Tickets für die Hin- und Rückfahrt zu bekommen. Das Ticket dient gleichzeitig als Zugangskarte für die Kabine, falls man eine gemietet hat. Ich bin mit dem Cruise-Schiff nach Tallinn gefahren, habe auf dem Schiff übernachtet und es am nächsten Morgen verlassen. Das Cruise-Schiff ist sozusagen das Partyschiff. Die Fahrt dauert vergleichsweise lang (dreieinhalb Stunden) und an Board gibt es mehrere Restaurants, einen Supermarkt (für Alkohol und Süßes sowie eine Parfümerie und einen Design- und Spielwaren-Shop. Außerdem gibt es mehrere Bars, eine Disko, Karaoke und eine Bühne mit finnischer Stand-up Comedy und eine große Bühne samt Tanzfläche… und die hier allseits beliebten Spieleautomaten. 
Übersicht über das Cruise-Boot.
Zurück ging es dann mit der Shuttle-Fähre, da auf dem Cruise-Schiff kein Platz von Tallinn nach Helsinki mehr frei war. Ansonsten hätte ich auch meine Wertsachen in der Kabine lassen können während des Ausflugs in die Stadt. Die Shuttle-Fähre braucht nur zwei Stunden für die Strecke, dafür ist der Supermarkt kleiner, beziehungsweise Parfümerie und Design-Shop sind in den gleichen Laden integriert. Spieleautomaten und ausreichend Bars gibt es aber auch auf diesem Schiff. 
 Übersicht über das Shuttle-Boot.
Die Kabinen auf dem Schiff sind eigentlich okay, zumindest meine Ein-Mann-Kabine war ganz in Ordnung. Ein Fenster wäre natürlich nett gewesen, hätte allerdings mehr gekostet. Eine 4-Mann-Kabine fände ich dann vergleichsweise klein, da der Platz nicht deutlich mehr wird, nur die Anzahl an Betten (dann übereinander gebaut) nimmt zu. 
 Schlafbereich
Wohnbereich
Badezimmer
Das Publikum war wirklich etwas ungewöhnlich. Natürlich gab es „normale Touristen“ wie Martina und mich, die einfach günstig von Helsinki nach Tallinn kommen wollten, um die Stadt zu sehen. Im Restaurant beim Buffet gab es auch eine Familie, die auf dem Schiff den Geburtstag eines älteren Herren gefeiert haben. Und vereinzelt waren auch Familien mit kleineren Kindern auf dem Schiff. Aber die Mehrheit der Cruise-Schiff-Nutzer schienen hauptsächlich deswegen mit der Fähre zu fahren, weil man dort günstig Alkohol einkaufen kann. Die normalen Menschen haben sich vermutlich in ihre Kabinen verzogen oder aufs Außendeck oder in eines der Restaurants begeben. Der Rest teilte sich auf zwischen den Bars und dem Supermarkt. Theoretisch ist der Verzehr mitgebrachter oder auf dem Schiff gekaufter Getränke verboten. Aber das scheint nur wenige zu stören. Wer etwas mehr Geld hat und nicht auf dem Gang oder der Kabine mit dem Supermarkt-Alkohol feiern wollte, lies sich eben für etwas mehr Geld in der Bar reichlich mit Alkohol versorgen. Auch hier war das trinken noch günstiger, als in finnischen Bars. Nach etwa zwei Stunden fiel es die ersten Passagiere sichtlich schwer, noch gerade zu laufen und sicher zu stehen. Etwa zu der Zeit begannen die heranwachsenden weiblichen Passagiere, sich aufzutakeln für die Board-Disco oder das Abend-Programm auf der Bühne. Der Zweck dessen erschloss sich mir nicht ganz, da zu diesem Zeitpunkt wohl die wenigsten Jungs noch in der Lage gewesen wären, sie klar und deutlich statt doppelt und dreifach zu sehen ;-). 
Da wir das Schiff am Abend nicht mehr verlassen konnten, weil wir auf dem Schiff schlafen wollten, sind Martina und ich nach 2 Stunden zum Büffet gegangen, um Abendbrot zu essen. Hier konnte man viele der normalen Touristen wiedersehen, aber auch von denen waren recht viele schon leicht angetrunken. Was mich wirklich etwas schockierte war der Fakt, dass nicht nur junge Erwachsene sich auf dem Schiff die Kante gegeben haben, sondern auch Mittvierziger/ und –fünfziger nach etwa vier Stunden Hilfe beim Laufen gebrauchen konnten – Männer und Frauen. Nach vier Stunden hing dann auch schon ein vereinzelter Schuh irgendwo am Geländer im Gang und die ersten Leute irrten komplett orientierungslos über das Deck… Eine Weile war es lustig, die Leute zu beobachten, gegen Mitternacht haben wir dann dennoch entschlossen, in unsere Kabinen zu gehen. Immerhin wollten wir Tallinn sehen und ab 8:30 konnte man das Schiff morgens verlassen. In der Kabine habe ich den Fernseher noch einmal kurz eingeschalten. Man bekommt zwei Programme – ein Werbesender über die Fährgesellschaft und eine Live-Übertragung aus der Disco und dem Bühnenraum, immer im Wechsel geschalten. Nach Mitternacht war dort richtig was los und vom Geräuschpegel auf dem Flur ging die Feier die gesamte Nacht durch.
Entsprechend viele fertige Gesichter waren am nächsten Morgen zu sehen… Und so war es auch nicht verwunderlich, dass Martina und ich als eine der ersten das Schiff verließen und die Innenstadt erreichten. Dadurch kam auch zu den Bildern einer menschenleeren Stadt. Gegen 11:00 Uhr füllte sich die Stadt dann jedoch schlagartig, da dann die ersten Shuttle-Fähren für die Tagestouristen, die nicht auf einem Boot nächtigen, anlegten.
 
Also ging es Sonntag früh los Richtung Innenstadt, vorbei an einem kleinen Schlosspark und durch das Stadttor hindurch. 

 Schlosspark
 Stadttor
Der erste Blick auf die Altstadt...
 ... mit schönen alten Häusern ...
 gefiel mir wirklich gut.
Um einen besseren Überblick über die Stadt zu bekommen, sind wir anschließend auf einen Kirchturm gestiegen, von dem aus man einen schönen Ausblick Richtung Meer und Innenstadt genießen konnte.
 Blick zur Ostsee
 und zur orthodoxen Kirche
sowie zum Schloss.
 Das Schloss von nahem...
 ... und der Marktplatz.
Nach der Kurzerkundung der Altstadt ging es weiter Richtung neuem Marktplatz/Innenstadt. Auch hier hat Tallinn optisch etwas mehr zu bieten, als Turku oder Helsinki. Als alte Hansestadt war wohl einfach mehr Geld da, um die Stadt schön aufzubauen. Dann weniger Feuer, die die Stadt zerstören und schon hat man einen tollen Altstadtkern. Solange nicht irgendwelche Idioten meinen, die Altstadt in einem Krieg kaputt zu bomben. Aber wie dem auch sei, die Bausünden der 60er und 70er Jahre halten sich in Tallinn wirklich im Rahmen.
 Der neue Marktplatz...
 ... mit einer Art modernem Denkmal.
 ein älteres Backstein-Gebäude neben einem Neubau. Die Mischung macht's...
 ... auch hier.
Leider war es dann um die Mittagszeit auch schon wieder so weit, morgen ist Arbeiten angesagt und somit ging es zurück nach Finnland. Erst per Fähre nach Helsinki und anschließend mit dem Zug nach Turku. Da die Fähr-Überfahrt an sich nicht sehr teuer ist und man wirklich schnell (je nach Fähre zwei bis drei Stunden) von Helsinki nach Tallinn fahren kann, werde ich sicherlich die Stadt noch weiter erkunden. Für einen ersten, wirklich schönen Eindruck haben die paar Stunden am heutigen Vormittag auf jeden Fall gereicht :-).

 Tschüß Tallinn...
 ... für mich geht es über die Ostsee...
... zurück nach Helsinki. 
 
Die Shuttle-Fähre wurde eindeutig von mehr normalen Touristen bereist, der Altersschnitt schien höher zu sein verglichen mit dem Cruise-Schiff und es gab tatsächlich mehrere Menschen, die Wasser oder Cola getrunken haben. Aber auch hier sah man Jugendliche und Erwachsene (auch 50+) mit Getränkedosen in der Hand, bevor das Schiff überhaupt den Hafen verlassen hat… Der Supermarkt war anfangs auch sehr voll, jedoch verglichen mit der Cruise-Fähre schon fast leer. Immerhin konnte man sich in den Gängen bewegen und die Kassenschlagen waren ein Zehntel so lang. Zugeschlagen wurde auch hier ordentlich. Immerhin sind die Angebote schon entsprechend gemacht. Die harten Alkoholika kosten in etwa so viel, wie am Flughafen im DutyFree-Shop. Außerdem gibt es zahlreiche nimm 3 für 2 oder 4 für 3-Angebote beim Alkohol und den Süßigkeiten… Und das besondere Highlight: 4 x 24 Dosen á 33cl Bier (0,33 Liter, also normale Dosen) in Pappkartons mit kleinem Rollwagen, damit man die Einkäufe auch komfortabel transportieren kann. Und das dann noch für 71% weniger Geld, als in Finnland. Hier mal das Plakat:
Für jeden Geschmack was dabei.
Wie gesagt, Tallinn gefiel mir wirklich gut, aber das nächste Mal werde ich wohl in beide Richtungen die Shuttle-Fähre buchen und dann über Couchsurfing nach einer günstigen Schlafgelegenheit in der Stadt schauen. Dann hab ich auch gleich nette Stadtführer und die Möglichkeit, mir mehr Zeit zum Sightseeing zu nehmen :).